easy grammar teaching – Grammatik-Vermittlung in easy

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Alle Illus: Lili Rcihter, Wien

Dieser und zwei weitere kommende Blog-Beiträge beschäftigen sich mit dem Thema grammar in easy.

In diesem ersten Beitrag sehen wir uns die Möglichkeiten an, die Ihnen easy bietet, um neue grammatische Strukturen einzuführen.

easy setzt drei Ansätze der Grammatikvermittlung um:

1. Grammar spots im easy book ermöglichen einen induktiven Ansatz der Grammatik-Vermittlung.

2. Das Symbol des Zauberstabs / magic wand im easy book weist punktuell auf Grammatik hin, wo sie gerade gebraucht wird. Es sind meist kurze Hinweise auf eine grammatische Besonderheit.

3. Das easy grammar & how-tosHeft eignet sich für eine deduktive Einführung der Grammatik, z.B. über das E-Book als digitales Tafelbild, und zum Nachschlagen.

1. Grammar Spots

Den sogenannten grammar spots im easy book liegt ein discovery approach oder ein induktiver Ansatz zugrunde, bei dem das entdeckende Lernen im Vordergrund steht. Die Schüler/innen werden zum induktiven Erschließen neuer Strukturen in kleinen Schritten angeleitet. Den Ausgangspunkt stellen immer die Texte oder die Bildimpulse auf der ‘Bildschirmseite’ im easy book dar, denn dieser Kontext enthält die neuen grammatischen Strukturen in lebensnahen Kommunikationssituationen. Ausgehend von diesen kontextuell eingebetteten Beispielen werden die Schüler/innen mit Fragen und Anweisungen dazu hingeführt, Gesetzmäßigkeiten und Muster zu erkennen und schließlich grammatische Regeln zu finden. Bei diesem Ansatz wird den Schüler/innen eine sehr aktive Rolle bei der Erschließung von Grammatikregeln zugesprochen. Sie sind kognitiv gefordert und können ihre Problemlösungskompetenz trainieren – sei es, Parallelen und Unterschiede von Formen zu erkennen oder die Funktion grammatischer Strukturen zu erforschen.

Hier ein Beispiel aus easy 2 book, S.42 und 43. (Ein Klick auf die Bilder öffnet diese vergrößert in einem neuen Reiter/Tab.)

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In diesem Beispiel werden die Schüler/innen zunächst aufgefordert, aus dem Halloween-Text (Genre: spooky story) alle markierten adverbs of manner in die Tabelle zu übertragen, um so Überlegungen zur Bildung der Form anstellen zu können.

Im nächsten Schritt sollen die Schüler/innen über die Funktion und Wirkung von adverbs of manner in einer Story nachdenken, indem sie für die Regel die passende Beschreibung der Funktion auswählen.

Auf der folgenden Seite (S. 44) bietet das book eine weitere spooky story: Auch in diesem Text können die Schüler/innen noch einmal adverbs of manner selbst finden und deren Wirkung im Text untersuchen. Auf diese Weise festigen sie ihr neu erworbenes Wissen.

Für die Schüler/innen hat der induktive Ansatz neben ihrer aktiven Einbeziehung weitere Vorteile:

Sie lernen, dass

a) sich die Funktion und Bedeutung von grammatischen Strukturen aus ihrer Verwendung in einem Kontext erkennen lässt

und

b) Grammatikregeln nicht etwas sind, dass sie ‘vorgesetzt’ bekommen und ‘isoliert’ (auswendig) lernen müssen.

Ein Beispiel aus Unit 1 von easy 1 book, S. 10-11 zeigt, dass dieser erforschende Zugang zu Grammatik schon im Anfangsunterricht funktioniert:

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Hier sollen die Schüler/innen die pronouns in der ersten Phase erkennen, unterstreichen und im Sprachenvergleich auf Deutsch (oder auch in ihrer Muttersprache) mit ihren Sitznachbarn sagen. In der nächsten Phase soll den Schüler/innen der Transfer der passenden Verbformen von be vom Text auf die Beispielsätze mit allen verschiedenen pronouns gelingen. Daraufhin werden die Schüler/innen angeregt, Parallelen und Unterschiede zu erkennen und das auch zu formulieren.

Für die Lehrer/innen stellt dieser Ansatz eine Form der Grammatikvermittlung dar, die im Einklang ist mit dem didaktischen Grundsatz “Kontextualisierung von Wortschatz und Grammatik” im Lehrplan für die Mittelschulen [1] und die AHS Unterstufe [2]:

“Generell sind die situative Einführung und ein induktives Erschließen grammatischer Sachverhalte aus kommunikativen Zusammenhängen und Textbeispielen anzustreben.”

Ein häufiges Argument, das gegen die Anwendung des induktiven Ansatzes im Englisch-Unterricht angeführt wird, ist, dass die Vorbereitung passender Texte und entsprechender Fragen / Anweisungen sehr (zeit)aufwändig ist. Hier nimmt easy durch die durchgängige Verankerung dieses Ansatzes allen Lehrer/innen, die einen schülerzentrierten Grammatikunterricht gestalten wollen, sehr viel Arbeit ab!

2. The magic wand – Der Zauberstab für punktuelle Grammatik-Hinweise

Das magic wand-Symbol finden Sie im easy book bei kurzen Grammatik-Hinweisen oder Merkhilfen, die bei Bedarf eingefügt werden oder anhand von Beispielen präsentiert werden. Es sind Besonderheiten oder Ausnahmen von grammatischen Regeln, die in diesem kompakten Format hervorgehoben werden oder an die erinnert wird. Die vorangehenden zwei Beispiele enthalten ebenfalls solche Hinweise. Hier noch weitere Beispiele:

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Ein weiteres Ziel ist, den Schüler/innen eine aktive Verwendung bestimmter grammatischer Strukturen zu ermöglichen – ohne zu einer langen Erklärung auszuholen.

3. easy grammar & how-tos

Einen weiteren Teil des easy Student’s Kit stellt das Grammatik-Heft easy grammar & how-tos (E-Book) dar. Es ist in erster Linie ein Nachschlagewerk (für alle 4 Jahre der Sekundarstufe 1) mit Erklärungen (auf Deutsch) und tabellarischen Übersichten aller grammatischen Strukturen in größeren Zusammenhängen. Die Anordnung nach thematischen Clustern ermöglicht, alle Strukturen eines Grammatik-Phänomens im Überblick zu sehen:

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Die Darstellungen im easy grammar & how tos können auch als (digitales) Tafelbild dienen, wenn Lehrer/innen Grammatik deduktiv einführen wollen und das Grammatik-Heft als E-Book öffnen. Mit den deutschen Erklärungen und den verschiedenen Beispielsätzen können Regeln klassisch präsentiert werden.

In einer nächsten Phase kann dieser erklärende Ansatz ebenfalls mit den Grammar spots-Aufgaben im easy book kombiniert werden. So haben die Schüler/innen vorab eine Erklärung einer grammatischen Regel bekommen, können aber dennoch das grammatische Phänomen im Kontext eines Texts, eines Bildes oder einer Kombination aus beidem selbst erforschen.

Sehen wir uns die drei verschiedenen Ansätze an einem grammatischen Phänomen an:

1. Im easy 1 book erfolgt schon in Unit 0 auf S. 9 ein kurzer magic wand-Hinweis auf die Verwendung des unbestimmten Artikels a/an – ohne große Erklärung:

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2. Erst in Unit 2, S. 21, werden die Schüler/innen eingeladen, dieses Phänomen näher zu untersuchen:

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In mehreren Schritten werden die Schüler/innen zur Regelfindung angeleitet, die ich als Lehrer/in noch weiter unterstützen kann, z.B. indem die Kinder eine Tabelle mit 2 Spalten (a/an) machen, dann die Wörter aus dem Text eintragen und wir gemeinsam noch weitere Beispiele von school things ergänzen. Weiters kann ich die Kinder auf den Anfangsbuchstaben der nouns hinweisen und nach Parallelen oder Auffälligkeiten fragen.

Zur Regelüberprüfung können wir gemeinsam im easy 1 grammar & how tos-Heft, S. 12 nachschlagen:

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3. Dieser Eintrag zeigt zugleich die dritte Möglichkeit: Die Lehrer/in bespricht zuerst diesen Eintrag im easy 1 grammar & how tos, wenn die Grammatik deduktiv vermittelt wird, und die Schüler/innen machen dann die entsprechenden Übungen im easy book.

Dieses Beispiel zeigt, dass die Lehrer/innen bei den einzelnen grammatischen Strukturen individuell entscheiden können, welcher Ansatz der Grammatik-Vermittlung für die Schüler/innen passend ist.

Vor allem aber bietet easy den Lehrer/innen die Chance, mit den Schüler/innen discovery learning auszuprobieren und einen lebendigen Grammatik-Unterricht zu gestalten, was ich mit einem letzten Beispiel zeigen möchte:

Der gewählte Ansatz zur Einführung der will-future in easy 2 book, S. 28 und 29, zeigt, dass eine multisensorische Vermittlung, die Sehen, Hören und Lesen verknüpft, den Schüler/innen noch mehr zu entdecken gibt.

Task 4 und It’s magic! zeigen, dass die Schüler/innen durch die Art der Grammatik-Übungen, die folgen, die Anwendung der neuen Struktur in einem passenden Kontext üben können. Sie nehmen eine aktive Rolle ein, um ihre Vorstellungen der Zukunft auszudrücken.

Mehr zu sinnvollen und effektiven Grammatik-Übungen im nächsten Blog-Beitrag: easy grammar practice – Grammatik-Übungen in easy.

 

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Alle Illus: Lili Richter, Wien. (Ein Klick auf die Bilder öffnet diese vergrößert in einem neuen Reiter/Tab.)
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[1] abrufbar unter: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung/Bundesnormen/20007850/Lehrpl%c3%a4ne%20-%20Neue%20Mittelschulen%2c%20Fassung%20vom%2019.06.2020.pdf , S. 36-37.

[2] abrufbar unter: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung/Bundesnormen/10008568/Lehrpl%c3%a4ne%20%e2%80%93%20allgemeinbildende%20h%c3%b6here%20Schulen%2c%20Fassung%20vom%2019.05.2021.pdf , S. 57.

 

Tanja Greil ist seit 2004 Fachdidaktikerin für Englisch an der Universität Salzburg. Als Englischlehrerin war sie in verschiedenen Schulen und in der Erwachsenenbildung tätig. Neben allen didaktischen Fragen rund um den Englischunterricht beschäftigt sie ihre Familie, mit der sie in Tirol lebt.

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