Wundertütenmambo – Die Materialschwemme im Internet

Ein flashy-bunter Strudel von Bildern aus dem Internet, der einen einzusauegn scheint und die Materialschwemme im Internet symbolisiert

ingimage.com

Wer das Pech hatte, in den 70er Jahren mit pädagogisch wertvollen Eltern aufzuwachsen, hat nur selten eine Wundertüte geschenkt bekommen. Englischlehrerinnen und -lehrer können das jetzt im Internet kompensieren!

Vom Internet auf die FestplatteEs ist Sonntagabend und die Dinge stehen schlecht, ich bin nach wie vor auf der Suche nach der zündenden Idee für die 3a. Die past tense hat sich nicht so einfach in die Sprachzentren der Kinder geschlichen wie ich das gerne gehabt hätte. Jetzt bin ich auf der Suche nach einer besseren Erklär-Alternative. Ein Schaubild vielleicht? Zwei Stunden später habe ich viele lustige Bilder und schematische Darstellungen zur past tense abgespeichert bzw. in die Englisch-Whatsapp-Gruppe unseres Kollegiums gepostet – die Stunde fertig geplant habe ich noch lange nicht.

Vorsicht: Fundgruben können auch Fallgruben werden

InternetIch bin sicher kein digital native, navigiere aber fröhlich durch die verschiedensten sozialen Medien und rede mir mitunter ein, das nur wegen des Jobs zu tun. Auf die Schnelle fallen mir folgende Plattformen ein, auf denen ich Accounts habe und in sehr unterschiedlichem Ausmaß nutze:

  • Twitter
  • Facebook
  • Instagram
  • Pinterest
  • Tumblr
  • Flickr

Das alles sind Fundgruben für Bilder, Videos und Impulse unterschiedlichster Art, die sich im Fremdsprachenunterricht bestens einsetzen lassen.

Ich merke allerdings, dass ich mittlerweile immer weniger dieser Fundstücke unmittelbar in die Stunde mitnehme und z.B. mein Pinterest Account ungepflegt bleibt. Leider verhält es sich mit digitalen Rumpelkammern wie mit jenen im echten Leben: Pflegt man sie nicht, kommt der Lurch daher und was als blitzende Zauberkammer anfing, endet als nicht überschaubare Ansammlung von Zeugs, in dem sich auch der motivierteste Schüler, der sich dorthin verirrt, nicht mehr zurechtfindet.

Wie kann man mit dieser Materialschwemme im Internet gut umgehen?

Chaos im Arbeitszimmer
Fotolia.com/Henry Schmitt

Inzwischen bin ich etwas abgeklärt. Nicht jedes Bild, von dem ich denke, dass ich es vielleicht irgendwann einmal brauchen könnte, wird gespeichert. Nicht jedes Schaubild zum gelungenen Textaufbau wird abgelegt oder gleich in die Klasse gebracht. Es ist auch nicht notwendig, denn neue Dinge unter der Sonne sind rar und wenn man eine Zeitlang die entsprechenden Kanäle verfolgt, merkt man, dass auch hier fröhliche Restlverwertung betrieben wird und die Themen und Inhalte in schöner Regelmäßigkeit wiederkehren. Man kann also getrost etwas vorbeiziehen lassen. Wenn es wirklich zu einem passt, kommt es mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder vorbei.

Was natürlich hilft, ist ein hohes Maß an Selbstorganisation und Disziplin. Ich verwende seit längerer Zeit für verschiedenste Zwecke ein wunderbares Freeware-Programm namens „Zettelkasten“. Es lässt sich aufgrund seiner fast unendlichen Möglichkeiten, Verweise und Schlagwörter anzulegen, einerseits fürs wissenschaftliche Schreiben und andererseits für das Verwalten von Materialsammlungen wunderbarst verwenden. Programm-Autor Daniel Luedecke sei Dank! Aber: Auch dieses Programm setzt die Fähigkeit, Ordnungen nicht nur anzudenken, sondern auch einzuhalten, voraus. Ich weiß wovon ich rede. Leider!

Welche Filter lassen sich anwenden?

Download aus dem InternetInzwischen habe ich mich mit mir auf Folgendes verständigt. Wenn ich wirklich im Netz nach der zündenden Idee suche, stelle ich mir einen Timer für 20 Minuten. Nur was ich bis dahin gefunden habe, wird weiter behirnt und beackert. Ich habe das Prinzip der Vorratshaltung im Wesentlichen aufgegeben, weil es nicht mit der Informationsdynamik des Netzes kompatibel ist und sich auch Moden und Trends beschleunigen.

Mein Geschichtelehrer konnte sich über Jahrzehnte darauf verlassen, dass seinen SchülerInnen die wesentlichen Grundzüge und Charaktere aller verfügbaren Asterix-Hefte geläufig waren. Fragt heute einmal in einer Klasse nach Urobe. #Fangfrage ?

Soll ich mich rein aufs Lehrbuch verlassen?

Nein. Sprache und besonders Englisch als lingua franca der modernen Welt ändert sich unentwegt. Auch die Referenzsysteme, in denen sich unsere SchülerInnen bewegen, die Themen, die für sie wichtig sind und die sie bewegen, ändern sich permanent. Wir haben den gesetzlichen Auftrag zur Lebensweltorientierung und ich meine, der ist sehr ernst zu nehmen.

Symbolbild für Greta Thunbergs RedeZum Beispiel ist ein Video von Greta Thurnbergs Rede vor den Vereinten Nationen, mit dem angemessenen Scaffolding sicher ab der siebenten Schulstufe im Unterricht einsetzbar und öffnet das Tor hin zu einem fächerübergreifendem, CLIL*-orientierten Unterricht. (Zum Thema „Scaffolding“ siehe auch: Die easy-Methode).

Das Lehrbuch als Fundament und Richtschnur leistet wichtige Vorarbeit für die Kür auf dem Eis der zeitgerechten, realweltlichen Sprachverwendung. Und das sollte ja unser Ziel sein.

Und wie macht ihr das? Welche online Ressourcen verwendet ihr? Wie findet und verwaltet ihr sie? Please share below!

 My favourites (no comments, explore!)

Websites:

Facebook:

  • Resources for English Teachers (Gruppe)
  • Materials for English Teachers (Gruppe)
  • IATEFL (Facebook Seite)

Twitter:

Ulrich Pichler unterrichtet Englisch und Geschichte am BG Rein nordwestlich von Graz. Wenn er nicht gerade in der Klasse steht, Texte korrigiert oder standespolitisch aktiv ist, rennt er seinen drei Kindern und der Katze hinterher, steigt auf Berge, in Segelboote sowie Fettnäpfchen und bemüht sich um das Weglesen von Bücherstapeln. Anglophil und pretty much old school.

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