In den Lehrplänen für die Mittelschulen[1], S. 11, und die AHS[2], S. 14, wird im fünften allgemeinen didaktischen Grundsatz zur „Förderung durch Differenzierung und Individualisierung“ bei der methodisch-didaktischen Gestaltung „die Berücksichtigung der jeweils aktuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler“ betont. Neben den Möglichkeiten, die verschiedene Sozialformen (Einzel-, Partner- und verschiedene Gruppenarbeiten) sowie offene Lernformen bieten, wird die große Bedeutung von „Wahlmöglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler“ hervorgehoben.
Zusätzliche Lernwege und -gelegenheiten zu bestehenden Tasks in easy
In diesem Beitrag wollen wir uns ansehen, wie ich als Lehrer/in zusätzliche Lernwege und Lerngelegenheiten (Learning Opportunities) zu bestehenden Impulsen und Tasks im Lehrwerk schaffen kann und die Schüler/innen dadurch Wahlmöglichkeiten bekommen.
Dazu einige Beispiele aus easy 2 book
Wie in easy 1 finden wir auch in easy 2 book zahlreiche Bildimpulse. „Aus didaktisch-methodischer Sicht sind die Einsatzmöglichkeiten von Bildern, besonders bei Schülern mit Lernschwierigkeiten, nahezu endlos.“ (Haß/Kieweg 2012 [3], S. 247). So kann mit Bildern Vor- oder Weltwissen oder bekannter Wortschatz aktiviert werden, z.B. mit Fragen, von denen die Schüler/innen einige auswählen und zu zweit Antworten finden: Which museums do you know?, What can you do/see at an art museum? What are some rules for museums?

Bilder eignen sich aber auch für zusätzliche Aktivitäten, bei denen die Schüler/innen einen persönlichen Bezug herstellen können:

Personalisierung kann ich schaffen mit Anleitungen, durch die die Lernenden ihre Ideen einbringen können: Create your mind-map of weekend activities. Sie kann auch mit Partner- oder Gruppenarbeit für mehr Interaktion und Kollaboration verbunden werden: In your groups, compare your mind-maps. Which activities are the same? Which are different?
Input aus dem Lehrwerk, sei es Text, Text mit Bild oder auch gesprochene Sprache, kann ich verwenden, um die Schüler/innen aktiv beim Entdecken von grammatischen Strukturen, von Wortbedeutungen und Wortfeldern oder anderen Mustern miteinzubeziehen:

Mit diesem Beispiel kann ich einen induktiven Grammatikansatz einbringen: Die Schüler/innen versuchen, die Parallelen bei den Verbformen zu beschreiben; mit weiteren Leitfragen (When are they walking home? What are they talking about? What are Jennifer’s plans? And Alex’s? Make a list.) zur Bedeutung dieser Zeitform können sie erkunden, weshalb diese Form in diesem Gespräch verwendet wird. Diese Form der Erkundung zeigt den Schüler/innen alternative Lernwege zur herkömmlichen Präsentation der Grammatikregeln auf, in der sie eine aktive Rolle einnehmen.
Der Input kann später zumindest teilweise als Modell dienen, wenn die Schüler/innen über ihre eigenen Pläne sprechen.
Neben Bildimpulsen und Input kann ich zusätzliche Lerngelegenheiten durch Erweiterung von Lehrwerksaufgaben entwickeln. Nehmen wir das Beispiel einer Schreibaufgabe:

Zur Task-Bewältigung stehen den Schüler/innen je ein Bildimpuls zur Verfügung, zwei für die Textsorte relevante Hinweise (Titel und past simple) und einige sprachliche Mittel. Für manche Schüler/innen können aber zusätzlich pre-writing tasks eine sinnvolle Hilfestellung (=Scaffolding) sein. Ich kann verschiedene Optionen anregen: z.B. dass die Schüler/innen weitere nützliche Wörter und Phrasen sammeln; sich die Szenen, die den abgebildeten Bildern vorausgehen, skizzieren; ihren Partner/innen von dem Unfall zuerst mündlich erzählen. Auch für die post-writing-Phase kann ich weitere Lerngelegenheiten schaffen, indem die Schüler/innen ihre Stories austauschen und sich Feedback geben oder in Kleingruppen ihre fertigen Geschichten vortragen.
Für produktive Tasks (Speaking und Writing) kommt der pre- und post-task-Phase eine wichtige Bedeutung zu, damit Schüler/innen verschiedene Strategien und Wege zur Aufgabenerfüllung erlernen.
Bei den produktiven und interaktiven Tasks bietet es sich oft an, weitere Wahlmöglichkeiten zu schaffen, z.B. um Aufgaben für die Schüler/innen persönlicher oder authentischer zu machen. Bei der oben gezeigten Schreibaufgabe kann statt den vorgegebenen Bildern den Schüler/innen die Option eröffnet werden, über einen eigenen Unfall zu schreiben.
Oder wenn sich Schüler/innen mit einem Thema wenig identifizieren können, kann ich zusätzlich eine andere Kommunikationssituation anbieten:
Für Schüler/innen, die wenig oder nicht gerne lesen, können die Antworten wenig authentisch ausfallen und die Motivation für das Interview gering sein. Wenn sie aber Gelegenheit bekommen über andere habits zu sprechen, die auf sie tatsächlich zutreffen (z.B. listening to music, playing computer games), können sie die Interviewsituation als lebensnäher erleben.
Abschließend können wir die beschriebenen zusätzlichen Learning Opportunities, die sich aus im Lehrwerk enthaltenen Materialien ergeben, und die Lernpotenziale für die Schüler/innen (in der Grafik: SuS) zusammenfassen:

Bei allen genannten Bereichen spielt die Möglichkeit zur Partner- und Kleingruppenarbeit eine wichtige Rolle: „Peer interaction can provide valuable language learning opportunities in a variety of classroom settings when teachers carefully consider their students, instructional goals, and classroom logistics to find ways to allow their students to reap the benefits of peer interaction in their language learning.“ (Adams 2018 [4], S. 14)
[1] Lehrplan Mittelschulen abrufbar unter: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung/Bundesnormen/20007850/Lehrpl%c3%a4ne%20-%20Neue%20Mittelschulen%2c%20Fassung%20vom%2019.06.2020.pdf
[2] Lehrplan AHS abrufbar unter: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung/Bundesnormen/10008568/Lehrpl%c3%a4ne%20%e2%80%93%20allgemeinbildende%20h%c3%b6here%20Schulen%2c%20Fassung%20vom%2005.12.2020.pdf
[3] Haß, F., & Kieweg, W. (2012). I can make it! Englischunterricht für Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten. Seelze: Klett, Kallmeyer.
[4] Adams, R. (2018). Enhancing student interaction in the language classroom [pdf] Part of the Cambridge Papers in ELT series. Abrufbar unter: https://www.cambridge.org/elt/blog/wp-content/uploads/2018/05/CambridgePapersinELT_EnhancingInteraction_2018.pdf?utm_source=wobl&utm_medium=blog&utm_content=woblcontent&utm_campaign=Evolve&utm_class=download





Für diese Schreibaufgabe erhalten die Schüler/innen zugleich Tipps (= how to-Strategien) als weiteres Scaffold zum Verfassen der Geschichte. Für Schüler/innen, die noch mehr Hilfestellung benötigen, können weitere sprachliche Mittel erarbeitet werden oder in Partnerarbeit (= Interaktion & Kollaboration) als Brainstorming angeregt werden. Das Scaffold in Form der Tipps kann ich um konkrete Beispiele ergänzen (How can you describe the scary forest? Which adverbs of manner could you use?), damit die Schüler/innen wissen, was gemeint ist.
In den Anleitungen wird auch Interaktion und Kollaboration angeregt, wodurch sich die Schüler/innen gegenseitig bei der Ideensuche, beim Entscheiden und beim Formulieren unterstützen können. Für diese Art lebensnaher Aufgaben bieten sich weitere Scaffolds an: z.B. als how to-Strategie die Internetrecherche (siehe
Die detaillierte Vorstrukturierung einzelner Schritte macht den Schüler/innen den Ablauf des Schreibprozesses bewusst und was zu beachten ist. Sie enthält auch visuelle Elemente: Es werden weitere Ideen bildlich dargestellt und es wird eine Mindmap zur Ideensammlung angeregt.

















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Auch die easy-Characters verändern sich (physisch und psychisch!) und wachsen mit den SchülerInnen mit. Mit Eintritt der Pubertät wird die bisher kindliche Anmutung sukzessive zum






Meine Schüler*innen (und auch ich) lieben die 
Für meine Kids ist auch die 





In den Workshops, die ich zu diesem Thema halte, entsteht bei diesem Experiment meist eine Sammlung von Ideen, wie z.B.:









Was unterscheidet – aus Ihrer Sicht – easy von (allen) anderen Lehrwerken?
Warum empfehlen Sie LehrerInnen easy?