Audiofeedback mit QR Codes

QR-Code-Feedback

Julia Weißenböck

Meinen ersten Blogbeitrag möchte ich mit einem Geständnis eröffnen: Ja, ich bin eine von diesen LehrerInnen, die einen Text nicht einfach „nur“ korrigieren können – und ich stehe dazu! Jedes Mal, wenn ich beginne, einen Text meiner SchülerInnen zu korrigieren, dann spüre ich das Verlangen danach, ihnen in einem Kommentar zu erklären, warum dieses und jenes Wort in diesem Zusammenhang nicht funktioniert oder warum eine spezielle Zeit hier falsch ist, und so weiter. Mir ist völlig klar, dass sich manche SchülerInnen meine Kommentare nicht durchlesen, aber manche tun es, und diese profitieren davon. Da dieses Vorgehen natürlich wahnsinnig zeitintensiv ist, ich aber gleichzeitig das Potential für meinen Unterricht nicht missen möchte, freue ich mich, verkünden zu können, dass ich mit Audiofeedback eine äußerst praktikable Lösung für dieses Dilemma gefunden habe!

Das Potential von Audio-Feedback

Seit ich mich intensiv mit digitalen Tools im Unterricht beschäftige, ist mein oberstes Credo, dass der Einsatz des jeweiligen Tools sinnvoll sein soll. Sinnvoll kann dabei viele Bedeutungen haben, wie beispielweise die Arbeit erleichternd, bereichernd, unterstützend, vertiefend, und natürlich darf auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Gerade Tools, die die Arbeit erleichtern, nicht nur für die SchülerInnen, sondern speziell auch für mich als Lehrerin, haben es mir angetan.

Audiofeedback statt schriftlicher Kommentare

So habe ich vor mittlerweile über einem Jahr begonnen, meinen SchülerInnen kaum mehr schriftliche Rückmeldungen auf ihre Arbeiten zu geben, sondern fast nur noch Audiofeedback. Dies bedeutet im Klartext, dass ich meine Kommentare mittels eines Audiorekorders aufnehme und dann meinen SchülerInnen zukommen lasse.
Die Vorteile liegen hier klar auf der Hand, denn Audio-Feedback ist PAGEM:

  • Persönlich: Ich habe die Möglichkeit mit dem/der jeweiligen SchülerIn eine Art Konversation zu betreiben (freilich nur einseitig) und kann dadurch eine engere Beziehung aufbauen.
  • Ausführlich: Ich habe auch die Möglichkeit, auf verschiedenste Dinge genauer einzugehen, weil ich keine räumlichen Einschränkungen habe, wie etwa auf einem Blatt Papier.
  • Genau: Ich kann außerdem gewisse Dinge, die sich schriftlich schwer erklären lassen, besser darstellen. Bei Rückmeldungen zu gesprochenen Beiträgen lässt sich die Aussprache gut korrigieren.
  • Effizient: Das Aufnehmen von Audiofeedback geht schneller als das Verfassen von schriftlichem Feedback. Und Audiofeedback lässt sich überall aufnehmen! Gemütlich auf der Couch sitzen und Feedback geben – check!
  • Motivierend: Alleine durch die Tatsache, dass die SchülerInnen beim Audiofeedback nicht „sehen“, was und wie viel ich rückmelden will, sind sie motiviert, sich das Feedback auch anzuhören. Hier siegt ganz klar die Neugierde.
QR-Code als Link zu einem Beispiels-Audiofeedback
Julia Weißenböck

Für mich ist das Audiofeedback wie eine Art „Nachbesprechung“ mit der/dem SchülerIn. Hier ein Beispiel aus einer 3. Klasse AHS. (Oder QR Code scannen).

Wie geht man nun aber vor, wenn man Audiofeedback aufnehmen möchte?

  1. Notizen machen. Einfach stichwortartig notieren was man rückmelden möchte.
  2. Kommentar aufnehmen. Dazu gibt es verschiedenste Möglichkeiten. Ich empfehle die Verwendung eines Online-Audiorekorders, beispielsweise Vocaroo. Dies hat den Vorteil, dass zum aufgenommenen Feedback ein Weblink zur Verfügung gestellt wird. Warum das gut ist, erkläre ich noch).
  3. Kommentar speichern oder Link kopieren.
  4. Übermitteln. Den SchülerInnen das Feedback in geeigneter Form zur Verfügung stellen.

Den SchülerInnen das Feedback in geeigneter Form zur Verfügung stellen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten dies zu tun. Eine Möglichkeit ist das Austeilen von QR Codes.

QR Codes sind schwarz-weiße, quadratische Codes, die wie ein Strichcode funktionieren. Mittels Smartphone oder Tablet lassen sich diese Codes scannen und leiten zu einer definierten Website weiter. Mit dem Audiorekorder Vocaroo erhält man nach Erstellen der Nachricht verschiedene Optionen zur Sicherung. So kann man die Nachricht als Datei downloaden, einen Link zur Nachricht generieren, oder praktischerweise auch gleich einen QR Code generieren lassen, den man den SchülerInnen weitergeben kann. Dieser generierte Code kann dann als Bilddatei gespeichert und bspw. auf Arbeitsblättern eingefügt werden. Diese QR Codes kann man (auf Etiketten) ausdrucken und den SchülerInnen z.B. auf die letzte Hausübung kleben (siehe Bild oben). Wenn die SchülerInnen mit ihrem Handy den Code scannen, gelangen sie automatisch zum aufgenommenen Feedback.

Ein Versuch lohnt sich aus meiner Sicht allemal! Ich arbeite mittlerweile wo es geht mit Audiofeedback, da es für mich wirklich eine Zeitersparnis und Arbeitserleichterung darstellt.

Noch ein paar warnende Worte:

Um Zeit zu sparen, muss man jegliche Perfektion ablegen! Ich weiß, dass uns LehrerInnen dies manchmal schwerfallen kann. Aber wenn man einen Kommentar fehlerfrei, ohne Versprecher, lange Pausen, ohne „ähm“ und so weiter aufnehmen will, dann wird das garantiert länger dauern als jedes geschriebene Feedback. Mein Tipp ist hier wirklich, sich nicht zu viele Gedanken über seine eigene Performance zu machen, sondern einfach drauf los zu reden, so als wäre die/der SchülerIn da und man würde direkt mit ihr/ihm sprechen.

Bringt Audiofeedback was?

So pauschal lässt sich das wohl nicht beantworten. Aus meiner Erfahrung kann ich berichten, dass es bei meinen SchülerInnen gut funktioniert. Sie sind sehr neugierig, wenn sie auf ihren Hausübungen QR Codes finden und scannen diese sofort. Ich habe auch den Eindruck, dass sie den persönlichen Austausch schätzen und sich wirklich bemühen das Feedback umzusetzen. Möglicherweise spielt auch das Medium eine Rolle: Durch das Austeilen der QR Codes ist es möglich, etwas Schulisches (Feedback) durch ein den SchülerInnen bekanntes und vertrautes Medium zu transportieren (QR Codes), dies kann auch ungemein motivierend sein.

Ausprobieren lohnt sich!

Ja, es kann anfangs komisch sein, seine eigene Stimme zu hören, aber die SchülerInnen hören sie ja ohnehin dauernd! Also rauf auf die Couch und ran ans Mikro oder ans Handy.

Arbeitet als AHS Lehrerin an einem Gymnasium in Salzburg und ist Fachdidaktikerin für Englisch an der Universität Salzburg. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten, digitale Tools im Unterricht, bietet sie in ganz Österreich Workshops und Vorträge an. [email protected] | https://www.digiteachit.wordpress.com

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